Tacitus und der Dialog über die Redner

Author: Daniel Korth

Publisher: GRIN Verlag

ISBN: 3638445283

Category: Language Arts & Disciplines

Page: 11

View: 2270

Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft, Note: 1,0, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Tacitus lebt im allgemeinen Bewusstsein als der letzte große Repräsentant des im eigentlichen Sinne römischen Schrifttums. Auf diese Art wird häufig von Tacitus auf eine ganze Epoche geschlossen. Die zielstrebig verfolgte politische Laufbahn des Tacitus, der circa in der Mitte der fünfziger Jahre nach Christi Geburt geboren wurde, beginnt unter Vespasian und setzt sich unter Titus und Domitian geradlinig fort. Die Schriftstellerei des Tacitus fällt zum größten Teil unter die Regierung Kaiser Trajans, der als Letzter den klassischen Typus des römischen Feldherren und Staatsmannes repräsentierte. Seine historische Schriftstellerei ist vom Wandel der Zeiten mitgeprägt. Einerseits erweist er sich als römischer Senator, andererseits zeigt er sich als Senator neuen Zuschnitts der Flavier und Trajans. Im ganzen lässt sich Tacitus’ historische Schriftstellerei eine konsequente Bewegung von der Zeitgeschichte zurück in die Vergangenheit erkennen. Er beginnt mit einer Biographie seines Schwiegervaters Agricola und plant, die Herrschaft Domitians und das Glück der Gegenwart darzustellen. Bald erkennt er, dass Domitian im Rahmen einer Geschichte der flavischen Dynastie verstanden werden muss. So entstehen die Historien, die mit dem Jahr 69 einsetzen. Tacitus ist von Haus aus Redner. Diese Ursprünge hat er auch nie verleugnet. Als junger Mann bewundert er den aus Gallien stammenden Marcus Aper und den auch von Quintilian geschätzten Iulius Secundus. Wie früher im republikanischen Rom allgemein üblich, hört er ihnen zu, wenn sie vor Gericht plädieren, und versucht auch, im persönlichen Gespräch von ihnen zu lernen. Später setzt er ihnen im Dialogus ein Denkmal. Die Gattung des Dialogs beruht auf ciceronischer Tradition. Tacitus kennt Ciceros rhetorische Schriften und ahmt sie im Dialogus und schon im Agricola nach. Neben Cicero ist Vergil der einzige mehrfach von Tacitus zitierte Autor des Tacitus. Für die Stildifferenz zu den übrigen Schriften des Tacitus ist nicht die Entstehungszeit, sondern das literarische Genos maßgebend, da das Bewusstsein des Unterschiedes zwischen Gesprächston und der Geschichte bei den Römern sehr ausgeprägt ist. Für das Literaturverständnis des Tacitus ist der Dialogus eine Hauptquelle. Dem Werk liegt ein eminent historischer Gedanke zugrunde: Der Verfall der Beredsamkeit hat seine Ursache im Wandel der politischen Verhältnisse. Insofern steht der Dialogus in innerem Zusammenhang mit dem übrigen Schaffen des Tacitus.

Die Ausnahme denken

Festschrift zum 60. Geburtstag von Klaus-Michael Kodalle

Author: Claus Dierksmeier

Publisher: Königshausen & Neumann

ISBN: 9783826027581

Category: Difference (Philosophy)

Page: 359

View: 2772

Das Gespräch über die Redner / Dialogus de Oratoribus

Lateinisch - Deutsch

Author: Tacitus

Publisher: Walter de Gruyter

ISBN: 3050092599

Category: History

Page: 190

View: 7686

Tacitus behandelt in seinem Rednerdialog die Gründe für den Verfall der römischen Beredsamkeit beim Übergang von der Republik zur Kaiserzeit, ferner Dilettantentum und echte Wissenschaft, die Bedeutung der Philosophie für die Erziehung, das Verhältnis zwischen Zeitgeist und wahrer idealistischer Beredsamkeit. Dem Text und der Übersetzung sind Zeugnisse zur Überlieferungsgeschichte beigegeben; die umfangreiche Einführung enthält eine Biographie des Tacitus unter besonderer Berücksichtigung seiner Tätigkeit als Redner und erörtert in übersichtlicher Weise alle wesentlichen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Rednerdialog stehen. Literaturhinweise und ein erklärendes Namenverzeichnis vervollständigen diese Ausgabe.

Dialog über die Redner

Author: Cornelius Tacitus

Publisher: N.A

ISBN: 9783150077009

Category:

Page: 116

View: 948

Mythos Redemacht

Eine andere Geschichte der Rhetorik

Author: Karl-Heinz Göttert

Publisher: S. Fischer Verlag

ISBN: 3104029946

Category: Language Arts & Disciplines

Page: 512

View: 4196

Was Perikles und Obama wirklich eint – eine andere Geschichte der Rhetorik Menschliches Miteinander braucht Reden. In der Antike entstanden die ersten großen Vorbilder, begleitet von immer neuen Anleitungen, den Rhetoriken. Doch behandeln diese nicht die Redner selbst und ihre Reden, sondern bloß deren Theorie. Der bekannte Germanist und Sprachwissenschaflter Karl-Heinz Göttert geht dieser Redevergessenheit der Rhetorik nach, widmet sich der rednerischen Praxis und behandelt die europäische Tradition als Konstrukt mit eigenen Konturen, die auch anders denkbar sind. Er belegt dies, indem er die Geschichte der Rhetorik auf eine neue und ungewöhnliche Weise erzählt: Redner und Reden fernster Zeiten werden in überraschenden Paarungen nebeneinandergestellt. So gelingt ihm eine glänzende, anschauliche und lebensnahe Darstellung, in der sich ganz nebenbei die vielbeschworene »Macht der Rede« als kaum durchschauter Mythos entlarvt.

Über den Redner / De Oratore

Lateinisch - Deutsch

Author: Cicero

Publisher: Walter de Gruyter

ISBN: 305006157X

Category: History

Page: 804

View: 5399

Was macht den idealen Redner aus? Im Senat wie vor Gericht riss Cicero die Zuhörer durch sein Pathos mit. Gleichzeitig war er ein kühler Analytiker der Rhetorik. In seinen theoretischen Schriften formuliert er, was einen idealen Redner ausmacht. Darum geht es in dem fiktiven Dialog "De oratore". In Ciceros Landhaus in Tusculum versammeln sich die bedeutendsten Redner seiner Zeit zum Gespräch. Hier werden die Elemente der Redekunst untersucht: Von der Auffindung des Argumentationsmaterials (inventio) bis zu Schönheit (ornatus) und Angemessenheit (aptium).

Domitian. Der r”mische Kaiser und seine Zeit

Author: Ute Schall

Publisher: ACABUS Verlag

ISBN: 3862820734

Category: Biography & Autobiography

Page: 320

View: 948

Der römische Kaiser Titus Flavius Domitianus (81 - 96 n. Chr.) wird selbst von der strengen Wissenschaft in einem Atemzug mit den größten Despoten der Weltgeschichte genannt. Von früher Jugend an fühlte sich Domitian seinem älteren Bruder Titus hintangesetzt. Er litt an Minderwertigkeitskomplexen, die erst seine eigene Thronbesteigung nach dem Tod des Bruders (dem er nach allgemeiner Ansicht nachgeholfen habe) vorübergehend kompensierte. Die überraschenden Züge seines Wesens könnten gegensätzlicher kaum sein: Sanftmut mischte sich mit beispielloser Grausamkeit, er war launenhaft, aufbrausend und schüchtern zugleich, von fast kindlicher Naivität und doch auch von messerscharfem Verstand, schon als Jüngling von großer Sehnsucht getragen und einem schier zügellosen Ehrgeiz geprägt. Zu Domitians bleibenden Verdiensten um das Römische Reich zählen die Einverleibung des Gebiets der Chatten und die Anlage des Obergermanischen Limes. Ute Schall nähert sich mit dieser Biografie dem „Rätsel“ Domitian, seiner Kindheit und Jugend, die ganz im Schatten seines Bruders standen, dem lange ersehnten Aufstieg zur Macht und der allmählichen Entdeckung der Möglichkeiten, die sie ihrem Besitzer bietet, bis hin zu seinem tragischen Ende.

Antike im Dialog

Author: Rolf Kussl

Publisher: BoD – Books on Demand

ISBN: 3939526118

Category: Philosophy, Ancient

Page: 300

View: 7686

Der Dialog über die Malerei

Lodovico Dolces Traktat und die Kunsttheorie des 16. Jahrhunderts : mit einer kommentierten Neuübersetzung

Author: Gudrun Rhein

Publisher: Böhlau Verlag Köln Weimar

ISBN: 9783412201388

Category: Painting

Page: 356

View: 838

Zwischen Monolog und Dialog

Zur Theorie, Typologie und Geschichte des Zwischenrufs im deutschen Parlamentarismus

Author: Armin Burkhardt

Publisher: Walter de Gruyter

ISBN: 3110910705

Category: Language Arts & Disciplines

Page: 676

View: 9212

Ein charakteristisches Phänomen der Plenarkommunikation im Parlament ist der Zwischenruf, dessen herausragende Exemplare Journalisten und Publizisten immer wieder zu lustvollen Kommentaren und erheiternden Sammlungen reizen. Die vorliegende Studie gibt Einblick in Variabilität und Geschichte solcher parlamentarischen Zwischen-Kommunikation außerhalb des Rederechts: Einer Darstellung der Forschungslage und der Analysemethoden folgt zunächst eine theoretische Bestimmung. Aus authentischen Debattentexten, wie sie die Stenographischen Berichte präsentieren, werden sodann charakteristische Techniken, syntaktische Strukturen, Provokationsanlässe und Sprechhandlungsformen des Zwischenrufens herausgefiltert und typisiert. Die so gewonnenen Typologien ermöglichen es, die Vielfalt tatsächlicher Zurufe zu klassifizieren und quantitativ zu erfassen. Damit ist zugleich ein Werkzeug gefunden, mit dessen Hilfe sich der Wandel der Zwischenrufkommunikation in deutschen Parlamenten - von der Paulskirche bis zum Bundestag - historisch-vergleichend nachzeichnen läßt. In entsprechender Weise werden auch die "Mini-Dialoge" zwischen Redner und Zwischenrufer sowie die Zwischenfragen typologisiert und in ihrer historischen Entwicklung beschrieben. An den Veränderungen des Zwischenruf- und Zwischenfrageverhaltens sowie des Replizierens wird der historische Wandel des Parlaments vom Diskussions- über das Arbeits- bis hin zum Schaufensterparlament sichtbar. Dem innerparlamentarischen Umgang mit Rednerinnen ist ein eigenes Kapitel gewidmet.